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Neue Etappe für die Odyssee des Baus einer Moschee in Athen

Neue Etappe für die Odyssee des Baus einer Moschee in Athen

Die Muslime Athens sollen schon bald in einer offiziellen Moschee islamische Gottesdienste verfolgen können. Den Bau des auf 946.000 Euro veranschlagten Gebäudes hat am Donnerstag das griechische Parlament abgesegnet. Dafür gestimmt haben die Volksvertreter aus den Reihen der Regierungspartei SYRIZA, der konservativen ND, der kommunistischen KKE, der liberalen „To Potami“ und der Zentrumsunion. Der rechtspopulistische Regierungspartner ANEL und die faschistische Chryssi Avgi haben mit „Nein“ votiert. Medienberichte, in denen von einem Clinch zwischen SYRIZA und ANEL zu hören war, blieben seitens dieser beiden Parteien unkommentiert. Die beiden ideologisch sehr unterschiedlich orientierten Regierungspartner sind sich seit ihrer Amtsübernahme im Januar 2015 einig darin gewesen, dass sie das Land gemeinsam in Fragen Spar- und Reformmaßnahmen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise führen wollen. In Fragen der politischen Überzeugung und der Weltanschauung allerdings gab es von vornherein schwere Differenzen. Zum Ausdruck kam dies etwa, als im Dezember 2015 die Abgeordneten der ANEL gegen die Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare gestimmt hatten, während es für SYRIZA selbstverständlich war, mit „Ja“ zu votieren.


Die Errichtung einer offiziellen Moschee in Athen und Umgebung ist bereits seit 1890 geplant. Damals wurde ein Gesetz verabschiedet, dass die „kostenlose Übergabe eines Grundstücks für den Bau einer türkischen Moschee in Piräus“ vorsah. In den nächsten 110 Jahren, das heißt bis zum Jahr 2000, gab es mindestens fünf weitere ernsthafte Vorschläge für die Realisierung eines solchen Projektes. Geplante Standorte waren u. a. die attischen Vororte Maroussi, Koropi und Päania. Im Jahr 2006 wurde sogar der Plan unterbreitet, dass der islamische Gottesdienst in der Fethije-Moschee (im Gelände der antiken Römischen Agora) im Zentrum Athens durchgeführt werden sollte.
Doch von all diesen Plänen, in der griechischen Hauptstadt ein Gotteshaus für Muslime einzurichten, ist bisher keiner realisiert worden. Die gläubigen Muslime sind nach wie vor dazu gezwungen ihre Gottesdienste in ungeeigneten, offiziell nicht dafür vorgesehenen Räumlichkeiten durchzuführen; oft handelt es sich Kellerwohnungen, ausgediente Lager oder ähnliche Provisorien.

 
                                                                                                                                                                            Quelle: Griechenland.net