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Ehrenamtliche auf Lesbos erhalten den Nansen-Flüchtlingspreis

Ehrenamtliche auf Lesbos erhalten den Nansen-Flüchtlingspreis

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen hat ein griechisches Rettungsteam und eine Psychologin mit einem international anerkannten Preis nominiert. Ziel ist es, die Öffentlichkeit noch stärker für das Flüchtlingsproblem zu sensibilisieren.

Den diesjährigen Nansen-Flüchtlingspreis werden sich zwei griechische Ehrenamtliche teilen. Konstantinos Mitrangas und Efi Latsoudi wurden wegen ihrer Arbeit auf der InselLesbos für die Rettung und Beherbergung tausender Flüchtlinge stellvertretend für vieleunermüdliche Helfer ausgewählt. Mitrangas ist Leiter eines ehrenamtlichen Rettungsteams. Die 2.000 Mann zählende Mannschaft rettet Flüchtlinge in Seenot. In den Jahren 2014 und 2015 hat das Team in 800 Einsätzen im offenen Meer vor den Inseln Lesbos, Samos und Kos mehr als 7.000 Menschen geborgen. Das Team besteht bereits seit dem Jahr 1979. Einsätze gab es außer in Griechenland auch in Afghanistan, Serbien, Haiti sowie in der Türkei.


Die Psychologin Latsoudi hat das ehemalige Kinder-Sommercamp „Pikpa“ in eine Zufluchtsstelle für Flüchtlinge umgewandelt. Betreut werden hier u. a.  Flüchtlinge, deren Familienangehörige während der Überfahrt von der türkischen Küste aus nach Lesbos in der Ägäis ertrunken sind. Auch Flüchtlinge mit körperlicher Behinderung und schwangere Frauen werden hier untergebracht. Im Jahr 2015 hat das Pikpa auf Lesbos etwa 20.000 Menschen beherbergt. Im Höhepunkt der Krise, haben hier täglich 600 Menschen Zuflucht gefunden. Das Camp hat eine tatsächliche Kapazität für maximal 150 Personen. 
Allein im vergangenen Jahr sind mehr als 850.000 Flüchtlinge und Immigranten von der türkischen Küste aus nach Griechenland gekommen: 500.000 von ihnen sind auf Lesbos gestrandet. Mindestens 270 Menschen sind in diesem Zeitraum in der Ägäis ertrunken. 
Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen Filippo Grandi, der zugleich Leiter des Nansen-Preis-Komitees ist, hob bei der Nominierung u. a. hervor: „Sowohl das griechische Rettungsteam als auch Efi Latsoudi weigerten sich, angesichts der dramatischen humanitären Situation, die sich vor den Ufern ihres Landes abspielte, einfach nur zuzuschauen.“ 
Die Preisverleihung wird am 3. Oktober in Genf stattfinden. Der Nansen-Preis wurde nach dem norwegischen Polarforscher und ersten Hohen Flüchtlingskommissar Fridtjof Nansen benannt. Dotiert ist er mit 100.000 US-Dollar. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Probleme, mit denen Flüchtlinge konfrontiert sind, zu lenken. Nansen-Preisträger sind u. a. die Menschenrechtsaktivistin Eleanor Roosevelt, die Ärzte ohne Grenzen sowie der Tenor Luciano Pavarotti. 

 

                                                                                                                                                                                   Quelle: Griechenland.de