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Der lange Sommer in Griechenland

Der lange Sommer in Griechenland

Die Saison geht weiter: Auch im Herbst kommen viele Touristen nach Griechenland. Die Branche freut sich über einen großen Zuwachs - trotz diverser Krisen. Diogenis Dimitrakopoulos aus Nordgriechenland.

Es gibt auch gute Nachrichten aus dem krisengeplagten Griechenland: Bis August war die Zahl der Besucher um 753.000 höher als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das griechische Arbeitsministerium berichtet außerdem, dass fast vier Fünftel der neuen Arbeitsplätze in diesem Jahr im Tourismus entstanden sind - eine große Hilfe für das von hoher Arbeitslosigkeit gebeutelte Land. 

Zu diesem Zuwachs kam es trotz einer umstrittenen Erhöhung der Mehrwertsteuer im Juni auf 24 Prozent - und trotz der Flüchtlingskrise. 

Mehr als Sonne und Meer

Eine positive Bilanz ziehen auch die Tourismus-Experten in der nordgriechischen Region Pieria, zwischen der Ägäis und dem Olymp, dem höchsten Berg Griechenlands, der in der Mythologie als Berg der Götter galt. Die Hälfte der Hotels der Region liegt am Strand von Katerini, wo deutsche Reisebüros in den 80er Jahren einen Boom verzeichneten. Heute kommen viele Besucher aus Mittel- und Südosteuropa. "Hier machen die Gäste vom Balkan heute Party", sagt einer der Touristen gegenüber der DW.

"Bis Mitte Juli hatten wir wegen der Flüchtlingssituation in Idomeni Probleme. Aber im August und September ist es sehr gut gelaufen", berichtet Giorgos Zografos, Präsident des Verbands der Hotelinhaber im Ferienort Katerini. "Und auch jetzt ist eine sehr gute Zeit: Die Temperaturen sind nicht so hoch wie im Sommer und die Preise sind niedriger. Auch jenseits unserer Strände gibt es diverse Aktivitäten für Touristen. Der Ort ist eine gute Βasis für Ausflüge in die Natur Nordgriechenlands." Diese positive Phase im Tourismus habe dem Arbeitsmarkt sehr geholfen und vielen Mut gegeben, weiterzumachen. Das Ziel sei nun, diese zu verlängern: Zum Beispiel, anspruchsvolle Touristen mit besonderen Wünschen und aus allen Altersklassen anzuziehen. 

Auch das Wandern auf dem mythischen Berg Olymp ist beliebter geworden: Es gibt viele organisierte Wanderungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. "Diese Zeit im Herbst ist die beste, weil es nicht so heiß ist. Das macht das Wandern leichter. Leute mit Erfahrung bevorzugen es, jetzt zu kommen", sagt der Bergführer Babis Marinidis von der Organisation Guide Olymp. "Am Wochenende ist der Berg überfüllt und das ist manchmal gefährlich. Die Wanderer kommen bis zum Herbstende. Und im Winter reisen viele an zum Skifahren." Man sollte sich immer optimal vorbereiten, mahnt der Bergführer: "Obwohl ich den Berg mit geschlossenen Augen kenne, habe ich immer Kompass und Karte dabei."

Agro- und Wein-Tourismus

Auch die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle für die Region Pieria, die für Obst wie Erdbeeren und Kirschen, aber auch für Milchprodukte und Muscheln bekannt ist. Manche regionale Produzenten kombinieren das mit dem Tourismus und haben traditionelle kleine Hotels gebaut, in denen sie lokale Speisen und Getränke anbieten.  

Besonders zur Zeit der Weinlese besuchen Touristen das Dorf Rahes. Apostolos Kurtis, Inhaber des Familienunternehmens "Enovion", zeigt den Gästen seine biologischen Produkte: "Hier kann man den gesamten Prozess erleben: Ernte, Weinproduktion und Weinprobe!" Im Laufe des Sommers gibt es in der Region Weinfeste, und auch im Winter bieten die Winzer Veranstaltungen für Touristen an. Sein Vorschlag für diese Zeit: "Εin trockener Rotwein ist eine gute Vorbereitung für den Winter." 

 

                                                                                                                                                                                                 Quelle: DW.com