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Der 1. Mai, Protomagia

Der 1. Mai, Protomagia

Auch hierzulande in Griechenland ist der erste Tag des Wonnemonats der Arbeiterbewegung gewidmet. Und nicht nur das, für die Hellenen hat dieser Tag und der ganze Monat eine besondere Bedeutung.

Der 1. Mai gilt seit 1890 als der Internationale Tag der Arbeiterbewegung. Abgesehen davon ist er in Griechenland gleichbedeutend mit dem endgültigen Sieg des Frühlings über den Winter. Das Aufblühen der Natur will man sich an diesem Tag sozusagen ins Haus holen: In Hellas ist es üblich, zusammen mit der Familie und Freunden, in der Natur Blumen zu pflücken,  daraus Kränze zu flechten und diese dann an die Haustüre oder auch an die Balkone zu hängen. Für jene, die dazu keine Zeit haben, warten fahrende Händler am Straßenrand und bieten fertige Gebinde an.
Früher ehrten Bauern hingegen diesen Tag nicht mit Blumen. Sie gingen hinaus in den Garten und auf die Felder und schnitten von allem, was fruchtbar war, symbolisch etwas ab, um daraus einen Kranz zu flechten: Vom Weizen, vom Roggen, vom Feigenbaum, aber auch von der Zwiebel oder dem Knoblauchwurden Kränze an der Haustüre angebracht. Der „Früchtekranz“ blieb bis zum  24. Juni hängen und wurde dann verbrannt. Mit diesem Brauch sollte eine gute Ernte gesichert werden. Im westgriechischen Parga gingen Kinder mit Blumenkränzen auf dem Kopf und Zweigen von Orangen- und Mandarinenbäumen in den Händen von Tür zu Tür und sangen ein Mailied. In einigen Dörfern Pylias auf der Peloponnes werden auch heute noch Blumen und andere Pflanzen ins Fenster gestellt, um das Haus und dessen Bewohner vor dem „bösen Blick“ (Mati) zu schützen. 
Der Mai wird aber in Griechenland auch als ein Monat angesehen, der zwei Gesichter hat und gleichzeitig gut und böse ist. Und obwohl das Leben und die Natur aufblühen, ist der Monat Mai auch den Toten gewidmet –  wichtige Pläne sollten, so heißt es im Volksglauben, deswegen aufgeschoben werden. Ein Spruch lautet etwa: „Nur die Esel heiraten im Mai“. 

 

                                                                                                                                                                                 Quelle: Griechenland.net